Angesichts steigender Energiekosten und verschärfter Klimaziele rückt energieeffizientes Bauen immer stärker in den Fokus. Der neue WS065 von Hörl+Hartmann wurde für Gebäude mit hohen energetischen Anforderungen entwickelt und kann zur Reduzierung des Energiebedarfs von Gebäuden beitragen.
Mit dem neuen WS065 erweitern wir unser Angebot um einen hochmodernen Ziegel, der speziell für energieeffiziente Gebäude konzipiert wurde. Der Ziegel ist sowohl mit Holzfaserfüllung als SILVACOR als auch mit der bewährten Mineralwollefüllung als CORISO erhältlich und sorgt dank seines optimierten Lochbildes für eine hohe Wärmedämmung bei gleichzeitig guter statischer Belastbarkeit.
Das Lochbild als Schlüssel
Das innovative Lochbild des WS065 wurde auf hohe Wärmedämmung und statische Belastbarkeit ausgelegt. Eine optimierte Lochreihenzahl sowie die durchdachte Anordnung und Dicke der Stege sorgen für eine hohe Wärmedämmung bei solider Statik. Die versteiften Außenstege tragen zusätzlich zu einem verbesserten Schallschutz bei. Sie verringern die Schwingung des Materials, was die Schallübertragung deutlich reduziert. So erreicht der WS065 in der Wandstärke 36,5 cm beispielsweise einen Schalldämmwert von RW,Bau,ref = 49,3 dB.
Die Leistungsfähigkeit des entwickelten Lochbildes zeigt sich auch in den bauphysikalischen Kennwerten: Beim 36,5 cm starken Wandaufbau erreicht der WS065 einen U-Wert von 0,17 W/(m²K). Bei größeren Wanddicken werden sogar U-Werte von 0,15 W/(m²K) bei 42,5 cm beziehungsweise 0,13 W/(m²K) bei 49,0 cm erzielt. Gleichzeitig verfügt der Ziegel über die Druckfestigkeitsklasse 8 und einen charakteristischen Wert der Druckfestigkeit von fk = 3,9 MN/m². Damit verbindet der WS065 hohe Wärmedämmeigenschaften mit definierten statischen Kennwerten für den Wohnungsbau.
Das neue Lochbild ist das Ergebnis intensiver Entwicklungsarbeit und vereint eine leistungsfähige Wärmedämmung mit hoher Tragfähigkeit. Dadurch eignet sich der Ziegel für energieeffiziente Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser bis Gebäudeklasse 4.
SILVACOR und CORISO – zwei Füllungen für unterschiedliche Anforderungen
Der WS065 bietet Bauherren die Wahl zwischen zwei Dämmstofffüllungen, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind:
SILVACOR – Holz trifft Ziegel: Symbiose für die Zukunft
- Mit STEICOzell gefüllter Hochlochziegel
- Holzfasern aus PEFC-zertifizierter Forstwirtschaft
- Im Dämmstoff enthaltener biogener Kohlenstoff bleibt während der Nutzungsphase gespeichert.
- Diffusionsoffene Holzfaserdämmung mit feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften.
- Die eingesetzten Materialien können nach Rückbau und geeigneter Trennung stofflich verwertet werden.
SILVACOR kombiniert den bewährten Baustoff Ziegel mit der Holzfaser-Einblasdämmung STEICOzell. Die leistungsfähige Dämmung unterstützt hohe Wärmeschutzanforderungen und kann dazu beitragen, den Energiebedarf von Gebäuden zu reduzieren. Durch die Kombination von Ziegel und Holzfaserdämmung entsteht ein einschaliges Wandbausystem, das die bauphysikalischen Eigenschaften beider Materialien nutzt.
CORISO – Hohe Sicherheit im Brandfall
- Mineralwolle mit Brandschutzklasse A1: nicht brennbar und für Anwendungen mit hohen Brandschutzanforderungen geeignet
- Hemmt die Ausbreitung von Flammen und trägt dazu bei, Fluchtwege im Brandfall freizuhalten
- Für eine dauerhafte Nutzung im Mauerwerksbau konzipiert
Die bewährte CORISO-Füllung aus Mineralwolle, bietet nicht nur eine hohe Wärmedämmleistung, sondern erfüllt auch hohe Sicherheitsstandards im Brandschutz. Die nicht brennbare Füllung kann dazu beitragen, die Auswirkungen eines Brandes zu begrenzen. Damit ist CORISO ein geeigneter Baustoff für Projekte, bei denen sowohl Energieeffizienz als auch der Schutz vor Brandgefahren im Fokus stehen.
WS065 als Baustein für KfW-40-Gebäude
Der WS065 kann dank seiner hohen Wärmedämmleistung bei entsprechender Gebäudeplanung eine Grundlage für die Realisierung von Gebäuden nach KfW-40-Standard bilden. Seine Wärmedämmeigenschaften tragen wesentlich dazu bei, sowohl den Primärenergiebedarf als auch den Transmissionswärmeverlust eines Gebäudes erheblich zu reduzieren. Besonders in Verbindung mit einer optimierten Ausführung der Wärmebrückendetails und einer klugen Planung eines kompakten Baukörpers – mit einem geringen A/V-Verhältnis (Verhältnis von Außenfläche zu Volumen) – lassen sich weitere Optimierungspotenziale nutzen, um den Energieverbrauch des Gebäudes noch weiter zu senken.
Eine kompakte Bauweise (links) minimiert Wärmeverluste und spart langfristig Energie. Verwinkelte Grundrisse (rechts) erhöhen das A/V-Verhältnis und damit die Wärmeverluste über die größere Hüllfläche. Zudem entstehen i. d. R. mehr Wärmebrücken, die die Energieeffizienz weiter beeinträchtigen.
Anforderungen an die Gebäudehülle: GEG vs. KfW-40
Um die Energieeffizienz eines Gebäudes sicherzustellen, müssen bestimmte Anforderungen an die Gebäudehülle erfüllt werden. Diese Anforderungen betreffen unter anderem den Primärenergiebedarf, den Transmissionswärmeverlust und die Wärmedämmung. In der folgenden Tabelle werden die wesentlichen Unterschiede zwischen dem GEG-Neubaustandard und KfW-40 dargestellt:
| Anforderung | GEG-Neubaustandard | KfW-40 (hoch energieeffizient) |
| Primärenergiebedarf (max. zulässig) | Maximal 55 % des Referenzgebäudes nach EnEV | Maximal 40 % des Referenzgebäudes nach EnEV |
| Transmissionswärmeverlust (H'T) | Maximal 100 % des Referenzgebäudes | Maximal 55 % des Referenzgebäudes |
| U-Wert Außenwand | ≤ 0,28 W/m²K
Bspw. |
≤ 0,18 W/m²K
Bspw. |
| U-Wert Dach | ≤ 0,20 W/m²K | ≤ 0,12 W/m²K |
| U-Wert Fenster | ≤ 1,30 W/m²K | ≤ 0,74 W/m²K |
- Primärenergiebedarf: Der Primärenergiebedarf beschreibt den Gesamtenergieaufwand eines Gebäudes, der inklusive aller Verluste und der Gewinnung von Energie anfällt. Beim KfW-40-Haus darf dieser maximal 40 % des Referenzgebäudes betragen, während er bei EH-55 bei maximal 55 % liegt.
- Transmissionswärmeverlust (H'T): Dieser Wert gibt an, wie viel Wärme durch die Gebäudehülle verloren geht. Je niedriger der Wert, desto besser die Wärmedämmung. KfW-40-Häuser müssen striktere Grenzwerte erfüllen als EH-55-Häuser.
- U-Werte: Die U-Werte geben die Wärmedurchgangskoeffizienten für verschiedene Bauteile (Außenwand, Dach, Fenster) an. Niedrigere U-Werte bedeuten, dass über diese Bauteile weniger Wärme verloren geht und sie damit besser dämmen. KfW-40-Häuser benötigen hier eine noch bessere Dämmung als der GEG-Neubaustandard.
Die Tabelle zeigt klar, dass die Anforderungen an die Wärmedämmung und die Gebäudehülle für KfW-40-Häuser strenger sind. Der WS065 erleichtert es Planern und Bauherren, die nötigen Anforderungen zu erfüllen, insbesondere in Bezug auf die U-Werte der Außenwände, die eine entscheidende Rolle für die Reduktion von Transmissionswärmeverlusten spielen.
Doch der WS065 ist mehr als nur ein Baustein für effiziente Gebäudehüllen: In Kombination mit moderner Haustechnik, beispielsweise effizienten Heizungs- und Lüftungssystemen, sowie leistungsfähigen Fenstern kann er dazu beitragen, den Wohnkomfort zu erhöhen und den Energiebedarf eines Gebäudes zu reduzieren. Der Ziegel unterstützt Bauherren und Planer bei der Umsetzung anspruchsvoller energetischer Gebäudekonzepte. Als Teil eines ganzheitlich geplanten Gebäudekonzepts kann der WS065 einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des KfW-40-Standards leisten.
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