Ziegelwerke Hörl+Hartmann investieren in die Weiterentwicklung ihrer Produktionsanlagen
Mit der Installation einer neuen Rauchgasreinigungsanlage investieren die Ziegelwerke Hörl und Hartmann am Standort Dachau in die Weiterentwicklung ihrer Produktionsprozesse.
Die thermische Nachverbrennung der bei der Ziegelproduktion entstehenden Schwelgase erfolgt nach Unternehmensangaben autotherm, also ohne zusätzlichen Brennstoffeinsatz. Die dabei anfallende Wärme wird zur Trocknung der Mauerziegel genutzt und wieder in den Produktionsprozess eingebunden. Seit 2013 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als neun Millionen Euro in neue Anlagen- und Verfahrenstechnik investiert. Ein Energiemanagementsystem unterstützt dabei die Überwachung und Optimierung der Energieverbräuche.
Modernste Technik für saubere Luft
Der eingesetzte Thermoreaktor erhitzt die Abluft aus der Ziegelproduktion auf Temperaturen von über 800 Grad Celsius. Dabei werden bestimmte Bestandteile der Schwelgase thermisch behandelt. Bereits seit 1993 war eine Anlage zur Rauchgasnachverbrennung im Einsatz. Durch veränderte Anforderungen an Baustoffe und Produktionsprozesse stiegen in den vergangenen Jahren die Anforderungen an die Abluftbehandlung, weshalb die bestehende Technik erweitert wurde. Ziel der Investition war es insbesondere, Geruchsbelastungen in der Umgebung des Werkes weiter zu reduzieren.

Dank der kontinuierlichen Messung des Kohlenstoffgehalts wird dieser Wert rund um die Uhr überwacht. „Seit der Inbetriebnahme im März erreichen wir Abgaswerte zwischen 2 und 5 Milligramm pro Kubikmeter Abluft. Das entspricht einer Reduzierung um 90 Prozent und unterschreitet den neuen Grenzwert (20 mg/m³) bei weitem“, so Michael Hörl, technischer Geschäftsführer des Familienbetriebs. Doch nicht nur die Abgase sind jetzt sauberer, auch die Effizienz hat sich erheblich verbessert: Die aus dem Tunnelofen abgesaugten Schwelgase haben einen derart hohen Heizwert, dass sie sich ab einer Temperatur von rund 800 Grad Celsius selbst entzünden. Der Verbrennungsprozess im Reaktor läuft demnach autotherm, also ohne die Zuführung eines zusätzlichen Brennstoffes. Die heiße, gereinigte Abluft strömt nach der externen Verbrennung durch zwei Wärmeräder. Diese leiten die Hitze gezielt weiter und führen sie wieder dem Produktionsprozess zu. Hier wird sie für die Trocknung der Mauerziegel eingesetzt – wertvolle Energie, die sonst ungenutzt bliebe. „Unsere Erwartungen hinsichtlich der Steigerung der Energieeffizienz wurden bei weitem übertroffen“ sagt Friedrich Karinscheck, Betriebsleiter des Werkes. Die Anwohner des Ziegelwerkes zeigen sich mit der Luftqualität zufrieden: Nach Ansicht von Josef Veit, Sprecher der örtlichen Interessengemeinschaft, verlief die Zusammenarbeit mit Ziegelwerk und Behörden einwandfrei.
Erneuerbare Energie dank Windrad
In Sachen Energiemanagement verfolgt das Unipor-Mitgliedswerk konsequent seine Unternehmensphilosophie. Die Brüder Hörl sind überzeugt, dass hochwertige Baustoffe und eine verantwortungsbewusste Produktion untrennbar zusammengehören. „Unser langfristiges Ziel ist es, die Energieeffizienz am Standort Dachau kontinuierlich weiter zu verbessern und den Einsatz erneuerbarer Energien auszubauen.“ In diesem Sinne entsteht auf dem Werksgelände ab Juni eine neue Windkraftanlage. Zusammen mit der Photovoltaikanlage auf den Dächern der Produktionshallen soll sie künftig einen Großteil des werkseigenen Strombedarfs decken. Nach den aktuellen Planungen können bis zu 80 Prozent des benötigten Stroms vor Ort erzeugt werden.
Dieser Schritt bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Zum einen stärkt er die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und sichert die Arbeitsplätze am Standort, zum anderen leistet Hörl+Hartmann einen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien und zur Energiewende in Deutschland.
Modernisierung nach Plan
Bereits 2013 stellte Hörl+Hartmann an seinen beiden Standorten Dachau und Gersthofen die Brennstoffversorgung von schwerem Heizöl auf Erdgas um. Nach Unternehmensangaben konnten dadurch die CO₂-Emissionen gegenüber dem vorherigen Betrieb reduziert werden. Die Kosten von 1,3 Millionen Euro für den Leitungsbau von Dachau zum Werk trug das Unternehmen alleine. Auch der Ortsteil Pellheim profitierte von dieser Entscheidung, denn dadurch wurde die Ortschaft an das örtliche Erdgas- und Glasfasernetz angeschlossen.
Neben der Optimierung der Brennstoffversorgung werden die Produktionsanlagen kontinuierlich im Hinblick auf ihre Energieeffizienz weiterentwickelt. So wurde beispielsweise 2014 eine neue Planschleifanlage mit energieeffizienten Motoren und moderner Robotertechnik installiert. Der Stromverbrauch konnte im Vergleich zur bisherigen Anlage um rund ein Drittel reduziert werden. „Als alteingesessenes Familienunternehmen möchten wir neue Maßstäbe in Sachen Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und Modernisierung setzen. „Wir sind das einzige Ziegelunternehmen in Deutschland, das nicht nur ein zertifiziertes Energie- sondern auch ein Umweltmanagementsystem betreibt.“, erklärt Matthias Hörl.

Weitere Informationen zur Produktion von Mauerziegeln erhalten Bauherren und Fachleute direkt bei den Ziegelwerken von Hörl+Hartmann – telefonisch (0 81 31-55 50) oder per Email (info@hoerl-hartmann.de).


Pellheimer Straße 17
85221 Dachau
Tel. 08131/555-0 · Fax 555-111
Mail: info@hoerl-hartmann.de
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