Von Ludwigsburg bis München und von Ulm nach Memmingen – und bis in den digitalen Raum: Die Mauerwerkstage 2026 waren ein voller Erfolg. Unter dem Leitmotiv „Zukunft gestalten – Bauen im Dialog“ kamen zahlreiche Architekten, Planer und Bauunternehmer zusammen, um gemeinsam Antworten auf die brennenden Fragen unserer Zeit zu finden. Das Fazit: Mauerwerk ist weit mehr als ein Baustoff – es ist das Fundament für ein bezahlbares, sicheres und klimaresilientes Wohnen.
Die Baubranche steht aktuell vor einer gewaltigen Aufgabe: Wie schaffen wir massenhaft Wohnraum, der gleichzeitig ökologischen Höchststandards und ökonomischer Vernunft entspricht? Unsere Referenten zeigten auf eindrucksvolle Weise, dass die Lösung oft in der Rückbesinnung auf das Wesentliche und der klugen Nutzung bewährter Materialien liegt.
Der Wohnungsbau am Limit
Den Auftakt machte Dipl.-Ökonom Matthias Günther vom Pestel-Institut. Seine Analyse der aktuellen Wohnungsmarktdaten war ein Weckruf: Ende 2024 fehlten in Deutschland bereits 1,4 Millionen Wohnungen. Um diesen Bedarf bis 2030 zu decken, müssten jährlich rund 405.000 Einheiten entstehen. Mauerwerk bietet hier als skalierbarer und langlebiger Baustoff die notwendige Basis, um diesen Druck abzufedern und gleichzeitig wertbeständigen Raum zu schaffen.
„Wir bauen für Menschen, nicht nur für Statistiken“
Ein Highlight der Fachvorträge war das Plädoyer von Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm (FIW München). Mit Blick auf die neue EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) mahnte er an, dass Klimaschutz und Wohnkomfort keine Gegenspieler sein dürfen. „Wir bauen zum Wohnen und Arbeiten, nicht nur um CO₂ einzusparen“, so Holm. Er forderte realistische Standards wie das EH55-Konzept, das in Kombination mit erneuerbaren Energien sowohl die CO₂-Bilanz als auch die Heizkosten im Griff behält.
Die Kunst der Effizienz: Planung und Resilienz
Dass Wirtschaftlichkeit bereits in der ersten Skizze beginnt, unterstrich Dipl.-Ing. Stefan Horschler. Sein Rezept: kompakte Baukörper und ein optimiertes Fenster-zu-Wand-Verhältnis. Sein Credo „Zusammenpacken, was zusammengepackt werden kann“ richtete sich gegen eine überkomplizierte Bauphysik und unnötige Bürokratie.
Besonders greifbar wurden die spezifischen Vorzüge des Massivbaus im Vortrag des Bausachverständigen Christian Sailer. Er verdeutlichte anhand von Praxisbeispielen, dass die Sanierung von Wasserschäden im Ziegelbau um das Drei- bis Fünffache günstiger ausfallen kann als bei Leichtbauweisen. Dass diese Einschätzung auf einer objektiven Betrachtung beruht, unterstreicht Sailers persönlicher Hintergrund: Als gelernter Zimmermann der privat selbst in einem Holzhaus lebt, blickt er unvoreingenommen auf die technischen Eigenschaften des Ziegels im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Für ihn ist klar: Jeder Baustoff hat seine Stärken, doch gerade in puncto Robustheit und Lebenszykluskosten bietet das Mauerwerk handfeste Vorteile.
Klimaresilienz und ökologische Verantwortung
Den Bogen zur Ökologie spannten die Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Dipl.-Met. Lothar Bock und René Kist. Angesichts einer Erwärmung von +2,5 °C seit 1881 ist Mauerwerk durch seine thermische Masse ein natürlicher Puffer gegen sommerliche Hitzeperioden.
In den Fachbeiträgen von Claus Dillinger, Michael Lorek (Hörl+Hartmann) und Thomas Maucher (Ziegelwerk Bellenberg) wurde deutlich, wie die Ziegelindustrie die Weichen für morgen stellt. Während Dillinger und Lorek die technischen Fortschritte der Kreislaufwirtschaft (90 % Recyclingquote) und der Produktion mit 100 % Eigenstrom präsentierten, ergänzte Thomas Maucher in Bellenberg die Perspektive um das Thema „Klimabewusst bauen“. Alle Ansätze verdeutlichten gemeinsam: Die Klimaziele erreichen wir nur durch das Zusammenspiel aus innovativer Materialtechnik und verantwortungsvollem Handeln.
Ein herzliches Dankeschön!
Die Mauerwerkstage 2026 haben gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch ist. Ein besonderer Dank gilt unseren Ausstellern und Partnern, die die Fachausstellung mit Leben gefüllt haben. Mit tiefgreifenden Einblicken in ihre Produktvielfalt und einer hervorragenden, persönlichen Beratung haben sie den Teilnehmern wertvolle Impulse für die tägliche Praxis mit auf den Weg gegeben.
Wir danken allen Teilnehmern für die lebhaften Diskussionen und unseren Referenten für die fundierten Einblicke.
Sie konnten dieses Mal nicht dabei sein? Kein Problem! Merken Sie sich bereits jetzt die Mauerwerkstage 2027 vor. Wir freuen uns darauf, den Dialog mit Ihnen fortzusetzen und gemeinsam die Zukunft des Bauens zu gestalten.
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