Hörl & Hartmann erwirbt Hälfte der Anteile am Ziegelwerk Ott in Deisendorf

Gehen als renommierte Ziegel-Mittelständler in eine strategische Partnerschaft - (v. l. n. r.): Matthias Hörl, Tristan Klein, Michael Hörl sowie Kai Rudhof.

Dachau / Überlingen-Deisendorf: Das Familien­unter­nehmen Hörl & Hartmann Ziegeltechnik (Dachau) erwirbt die Hälfte der Geschäftsanteile am Ziegelwerk Ott (Deisendorf) von der Unternehmensgruppe EPIC Holding. Die beiden Holding-Inhaber, Diplom-Ingenieur Tristan Klein und Diplom-Ingenieur Kai Rudhof, setzen damit auf eine zukunftsorientierte Modernisierung ihrer Mauerziegel-Produktion in Deisendorf. Gleichzeitig übernimmt Hörl & Hartmann auch den kompletten Vertrieb für den traditionsreichen Baustoff-Hersteller vom Bodensee. Ziel dieser Partnerschaft ist, eine einheitliche und stärkere Präsenz des Mauerziegels in ganz Baden-Württemberg und Teilen Bayerns herzustellen. Zu diesem Zwecke planen beide Gesellschaften bereits erhebliche Investitionen in die Deisendorfer Produktionsanlage.

Die Ziegelwerke Hörl & Hartmann mit Hauptsitz in Dachau sind mit über 200 Mitarbeitern der größte familiengeführte Mauerziegel-Hersteller Süddeutschlands. Jährlich vermarkten sie rund 300 Millionen Mauerziegel-Einheiten (NF). Die EPIC Holding GmbH betätigt sich über Tochterunternehmen – neben der Ziegelproduktion – auch im Bereich Forschung und Entwicklung (Glas, Keramik, Kunstoffe) sowie im Immobilien- und Tiefbausektor. Dabei beschäftigt das Unternehmen knapp 50 Mitarbeiter. Jetzt haben sich beide Gesellschaften neu im Markt positioniert: Mit Wirkung zum 1. Juli erwarb die Hörl & Hartmann Ziegeltechnik GmbH & Co. KG insgesamt 50 Prozent der Geschäftsanteile am Ziegelwerk Ott in Deisendorf. Mit dem Deal gehen beide Seiten eine strategische Partnerschaft ein: “Durch den Zusammenschluss bündeln wir Ressourcen und steigern die Effektivität in Produktion und Marktbearbeitung. Das Traditionswerk Ott in Deisendorf erlebt damit seinen zweiten Frühling“, erklärt EPIC-Geschäftsführer Kai Rudhof. „In den vergangenen Jahren hat der Mauerziegel in Baden-Württemberg etwas an Boden gegenüber anderen Bauweisen verloren. Das wollen wir jetzt mit geballten Kräften wieder richtigstellen“, so Geschäftsführer Matthias Hörl vom Familien­unternehmen Hörl & Hartmann.

Einheitlicher Vertrieb und Marke

Vor diesem Hintergrund wird auch der überregionale Vertrieb der Mauerziegel zusammengefasst. Für die bestehenden Kunden des Ziegelwerks Ott ändert sich dadurch in der aktuellen Bausaison 2019 nichts – alle Ansprechpartner und Angebote bleiben weiterhin bestehen. Dies wird auch 2020 noch der Fall sein, allerdings mit zusätzlichen Baustoffen aus dem Top-Segment und unter einheitlichem Namen: Denn dann soll die Unternehmensmarke „Ott“ im Vertrieb nach außen nicht mehr verwendet und einheitlich durch „Hörl & Hartmann“ ersetzt werden. Eine vorbereitende Namensänderung des Ziegelwerks Ott in „Ziegelwerk Deisendorf GmbH“ wurde bereits beim Handelsregister eingereicht.

Insgesamt hat das Deisendorfer Ziegelwerk in den letzten Jahren eine erfreuliche Entwicklung genommen: Seit Übergabe des Familienunternehmens Ott an die EPIC Holding – und somit an die Ingenieure Rudhof und Klein, welche bereits seit über einem Jahrzehnt für das Unternehmen tätig sind – konnten die Umsätze des Ziegelwerks mehr als verdoppelt werden. Ein Grund für diese Positiv-Entwicklung ist auch die konsequente Ausrichtung auf moderne, hochwärmedämmende Mauerziegel-Produkte, die das Ziegelwerk Ott seit jeher auszeichnen. Allerdings stößt das natürliche Wachstum an seine Grenzen, sobald die erweiterte Bodensee-Region verlassen wird. Betrachtet man ganz Baden-Württemberg verliert der Mauerziegel insgesamt sogar Marktanteile gegenüber anderen Bauweisen.

 

Hier kommt das Unternehmen Hörl & Hartmann mit seinen fünf Werken in Süddeutschland ins Spiel: Gemeinsam mit dem Ziegelwerk Ott verfügen sie über die Möglichkeit, den Vertrieb und die technische Bauberatung in Baden-Württemberg auszubauen und dabei gleichzeitig wichtige Ergänzungen an der Produktpalette vorzunehmen – zum Beispiel für den mehrge­schossigen Wohnungsbau in Ballungsgebieten. „Ein solcher Plan setzt weitere Investitionen in die Qualität und Menge der zu produzierenden Baustoffe am Standort Deisendorf voraus. „Dazu sind wir bereit. Es soll mittelfristig ein hochmoderner Standort mit neuen Gebäuden und innovativer Anlagentechnik entstehen “, so Kai Rudhof. Das bedeutet auch eine hohe Sicherheit für die dortigen Arbeitsplätze. Angesichts der Investitionen werde sich mittelfristig der Bedarf an Fachkräften spürbar erhöhen.

 

„Für uns ist die Partnerschaft mit dem Ziegelwerk Ott ein weiterer wichtiger Schritt in unserer Entwicklung“, betont Michael Hörl. Beide Unternehmen sind renommierte Ziegel-Mittelständler und verfolgen laut Hörl wichtige gemeinsame Interessen: Im Fokus stehen dabei nachhaltiges Wirtschaften, Wert­schätzung der Mitarbeiter sowie eine vertrauensvolle Zusammen­arbeit mit Kunden. „Damit dies auch in Zukunft auf hohem Niveau möglich ist, gehen wir gemeinsam diese Partnerschaft ein. So wollen wir die Marktposition beider Unternehmen im Südwesten Deutschlands optimieren – und das für möglichst lange Zeit“.

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